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Forschung
Das Bundesforschungsministerium hat einen Forschungsverbund "Interdisziplinäre Anthropologie: Fortwirken der Evolution im Menschen - Humanspezifik - Objektivitätschancen der Erkenntnis" (EHO) genehmigt. Initiator des Verbunds ist Prof. Dr.
Wolfgang Welsch vom Institut für Philosophie der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität, der auch die Leitung innehat.
Für insgesamt 1 Million Euro werden sechs Wissenschaftler drei Jahre lang an einer
neuen Anthropologie arbeiten, die dem Stand des zeitgenössischen Wissens entspricht. [Mehr]
19. Juli 2006
Forschung
Schon lange vor dem 11. September 2001 hat Prof. Dr. José Casanova (New
York) der Ansicht widersprochen, dass es in modernen Gesellschaften zu einem Bedeutungsverlust der Religionen kommen müsse.
Zwischenergebnisse seiner Studien in aller Welt stellte er im Rahmen eines Kolloquiums der von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe "Transformation der Religion in der Moderne" in der
Ruhr-Universität vor: "Rethinking Secularization. A Global Perspective". [Mehr]
18. Juli 2007
Politik
Der Nationale Ethikrat hat seine Stellungnahme "Selbstbestimmung und Fürsorge am
Lebensende" abgegeben. So soll das straffreie "Sterbenlassen"
unter bestimmten Bedingungen ermöglicht werden: Jeder Patient habe das Recht, eine medizinische Maßnahme abzulehnen, auch
dann, wenn diese sein Leben verlängern könnte. Gleiches gilt bei Vorliegen
einer Patientenverfügung. Sofern es keine sicheren Erkenntnisse über den Willen des Patienten gibt, sollte für strafrechtliche und
berufsrechtliche Sanktionen kein Raum sein, wenn eine medizinische Behandlung unter Abwägung ihrer
Aussichten auf Erfolg nicht mehr angezeigt ist u. In Zweifelsfällen hat die Erhaltung des Lebens Vorrang. [Mehr]
14. Juli 2006
Politik
Der von Kanzler Schröder (SPD) gegründete "Nationale
Ethikrat" soll im Sommer 2007 seine Arbeit einstellen, ab
dann soll der "Deutsche Ethikrat" die
Bundesregierung in Fragen der Bioethik beraten. So hat es das
Bundeskabinett beschlossen. Künftig sollen Bundestag und Regierung jeweils
12 Mitglieder des Ethikrates benennen. Im Herbst wird der
Bundestag über den Gesetzentwurf der Regierung abstimmen -
sowie über einen weiteren Entwurf aus den Reihen des
Parlaments: 170 Abgeordneten von SPD, Grünen und PDS wollen
ein Ethik-Komitee des Parlaments gründen. Der amtierende
"Nationale Ethikrat" soll bis Sommer 2007 weiter
arbeiten und u.a. eine internationale Tagung zu großen Bioethikfragen
vorbereiten. [Mehr]
13.Juli 2006
Fakultätenrat
Reinhold R. Grimm bleibt Vorsitzender des Philosophischen
Fakultätentages.
Die Plenarversammlung hat den Jenaer Romanisten für weitere zwei
Jahre im Amt bestätigt.
Der Philosophische Fakultätentag ist die hochschulpolitische Vertretung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an den deutschen Universitäten und Mitglied im Allgemeinen
Fakultätentag.
Grimm zählt zu denjenigen, die ein Verlassen des
"Elfenbeinturms", also eine stärkere Öffnung der
Geisteswissenschaften für die öffentlichen Diskurse
fordern. [Mehr]
6. Juli 2006
Juni
Jobs
Das Department of Philosophy der niederländischen Utrecht University
hat zwei Stellen ausgeschrieben: eine Dozentenstelle
("permanent Lecturership") in Philosophischer Ethik
und eine Doktoranden-Stelle in Politischer und
Sozial-Philosophie." Bei der Dozentur handelt es sich um
eine Vollzeit-Festanstellung, beginnend mit einer einjährigen
Probezeit zum 1.Juli 2007. Das Salär beträgt zwischen € 3024
und 4705 pro Monat. Von den Bewerbern wird erwartet, dass sie
innerhalb der ersten beiden Jahre niederländisch lernen.
Bewerbungsschluß ist der 10. August.
Ebenfalls zum 1.Januar sucht Utrecht für 4 Jahre einen
Doktoranden für politische und Sozialphilosophie. Für die
Vollzeitstelle bietet die Universität ein Salär von € 1.903
im ersten Jahr, das sich jährlich steigert bis auf € 2.433
im vierten Jahr. Bewerbungsschluß ist der 21.
August. [Mehr] 26.Juni
2006
Exzellenzinitiative
Auch die Ruhr-Universität Bochum macht weiter bei der
Exzellenzinitative von Bund und Ländern. Für die zweite
Runde hat Bochum sechs "Exzellenzcluster" abgegeben,
darunter zwei, die philosophisch relevant sind: Der Aufbau eines
interdisziplinären „Centre of Synergic Neuroscience“;
obwohl die Neurowissenschaften derzeit reichlich
philosophischen Diskussionsstoff produzieren, sind Philosophen
allerdings nciht beteiligt. Im Projekt „Religion und Säkularisierung in der Dialektik der
Globalisierung“ kooperieren Theologen u.a. mit Psychologen, Historikern,
Philosophen und Islamwissenschaftlern. Welche Projekte in die nächste Runde
kommen, wird im Januar 2007 entschieden, Ausgewählte Exzellenzcluster werden von Bund und Ländern mit bis zu 6,5 Mio.
Euro jährlich gefördert.
[Mehr]
25. Juni 2006
Hochschule
Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wird sich in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit voraussichtlich sechs Anträgen in allen drei Förderlinien beteiligen. Eine entsprechende Absichtserklärung hat die Universität der Deutschen Forschungsgemeinschaft
DFG übermittelt. Bonn wird sich mit voraussichtlich sechs weiteren Projekten für eine Förderung empfehlen. Drei Antragsskizzen für so genannte "Exzellenzcluster" werden derzeit in den Bereichen
Ethik, Physik und Neurowissenschaften vorbereitet. Hinzu kommen zwei Vorhaben für "Graduiertenschulen" in den Life Sciences und der Global-Change-Forschung.
[Mehr]
22. Juni 2006
Hochschule
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben sich im Jahr 2005 an deutschen
Hochschulen nur 2.001 Wissenschaftler habilitiert. Das waren 282 (– 12%)
weniger als im Vorjahr. In den Sprach- und Kulturwissenschaften inkl.
Philosophie (– 20%) ging die Zahl der Habilitationen im Vergleich zu 2004
deutlich zurück. Der Rückgang bei den Habilitationen dürfte auf die
Etablierung der Juniorprofessur zurückzuführen sein, die seit 2002 einen
alternativen Qualifizierungsweg zum traditionellen Habilitationsverfahren
darstellt. Der Frauenanteil bei den Habilitierten lag wie 2004 bei 23%. In den
Sprach- und Kulturwissenschaften, die mit 36% über den höchsten Frauenanteil
verfügen, war im Vergleich zu 2004 sogar ein leichter Anstieg um einen knappen
Prozentpunkt zu verzeichnen. [Mehr]
8.Juni 2006
Mai
Politik
Deutsch-arabischer Dialog über Frauenrechte
Frauen- und Genderforschung in der arabischen Welt - das sprengt gängige Vorstellungen von islamisch geprägten Gesellschaften. Dr. Lydia Potts, Oldenburger Politikwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Migrationsforschung, leitet ein neues Projekt, das im Rahmen des "Europäisch-Islamischen Kulturdialogs" durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird. Unter dem Dachthema "Politik und Geschlecht" arbeitet die Universität Oldenburg zusammen mit universitären Zentren und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Jemen und Marokko. Ein erster Workshop mit 16 PartnerInnen aus den arabischen Ländern findet vom 26. bis 29. Mai in Oldenburg statt.
30.Mai 2006
Ausgaben
Die gesammelten Werke des bayerischen Philosophen Ludwig Feuerbach (1802 – 1872)
können nun doch vollständig herausgegeben werden: Die Schweizer
Sterbehilfe-Organisation "Dignitas" hat der
Ludwig- Feuerbach- Gesellschaft eine Privatspende von 15.000
Euro zukommen lassen, so dass die Finanzierungslücke nun
geschlossen ist. Das teilte der Vorsitzende der Gesellschaft, Georg Batz,
mit. Die 15.000 Euro stammten aus dem Nachlass der gebürtigen
Chemnitzerin Marlene Angelica Zahn, die am 22. Mai in Zürich ihr
Leben selbst beendet hat. Geholfen habe ihr dabei die Schweizer
Organisation "Dignitas", der die frühere Lehrerin
anschließend einen Teil ihres Erbes vermachte. "Dignitas"
habe das Geld der Feuerbach- Gesellschaft gespendet. Der Philosoph
Feuerbach hat sich in seinen Schriften für das Recht auf Freitod
eingesetzt.
[Mehr]
29.Mai 2006
Medizin-Ethik
Ein Foto von embryonalen Stammzellen, die einem Embryo in früher Entwicklungsphase stark ähnelten,
waren 1996 sein "Saulus"-Erlebnis: Stammzell-Forscher
Hans-Werner Denker (Uni Duisburg-Essen) hat sich als Gegner der
Forschung mit menschlichen Stammzellen einen Namen gemacht. Jetzt
ist der Professor für Anatomie und Entwicklungsbiologie an der Universität
Duisburg-Essen emeritiert. Auch künftig will Professor Denker sich
in der Stammzell-Thematik engagieren. Seit Jahren schon ist er stellvertretender Sprecher des Standorts Essen im Kompetenznetzwerk
Stammzellforschung NRW. Außerdem bleibt er Herausgeber der internationalen
biotechnologisch orientierten Zeitschrift "Cells Tissues Organs". [Mehr]
25. Mai 2006
Forschung
Die Entzauberung der Welt - ein beliebter Topos in der Moderne.
Vielleicht auch nur ein Mythos? An der Ludwig-Maximilians-Universität
(LMU) München beschäftigt sich
ab heute eine interdisziplinäre Forschergruppe mit der Faszination, die von Ursprüngen und
Anfängen ausgeht. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
geförderten Projekt "Anfänge (in) der Moderne: Theoretische Konzepte,
literarische Figurationen, historische Konstruktionen" soll insbesondere die
These von der progressiven Entzauberung oder Entmythisierung der Welt in der
Moderne kritisch reflektiert werden. Sprecherin der Forschergruppe
ist Professor Inka Mülder-Bach, Institut für Deutsche Philologie der
LMU. [Mehr]
24.Mai 2006
April
Tagung
Das Wittgenstein-Programm
"Ethik und Ästhetik sind Eins" - und in sinnvollen
Sätzen nicht sagbar. Wie viele Aussagen Wittgensteins gibt
auch diese den Interpreten seit jeher Rätsel auf. Beim 6. Internationalen Wittgenstein-Symposion in
Passau wurde über die "Kunst jenseits der
Moral" nachgedacht, ausgehend vom berühmten "Tractaus". Das
Verhältnis von Ethik und Ästhetik sowie der Zugang zum
Unsagbaren jenseits der Grenzen der Sprache stand im
Mittelpunkt der Vorträge. Wittgenstein als Vordenker des
modernen Kunstbegriffs, als Geistesverwandter von Nietzsche
und von Aristoteles - über die die sehr unterschiedlichen
Herangehensweisen an Wittgenstein berichten Markus Grottke und
Michael Huter in zwei verschiedenen Tagungsberichten.
18. April 2006
Ranking
Kant
hinter Gittern
Am 22. April ist der Geburtstag von Immanuel Kant. Traditionell
ehren die Kaliningrader den berühmtesten Sohn der Stadt an diesem
Tag, indem sie Blumensträuße auf seinen Sarkophag werfen. Auch
bei frisch getrauten Hochzeitspaaren ist es Brauch, nach dem
Standesamt zu Kants Grab am alten Königsberger Dom zu pilgern, um
Sträuße niederzulegen. Gleiches tun ganze Schulklassen und
Touristengruppen. Darum lagen bisher fast immer frische Blumen auf
dem Grabstein. Jetzt aber stehen die Kant-Verehrer vor
verschlossenen Türen: Der Dombaumeister hat die Pforte an der Dom-Nordwand
mit einem Vorhängeschloss verriegelt. [Mehr]
12. April 2006
Siegen
Am kommenden Mittwoch eröffnet die Universität Siegen das
" Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant" (ZetKIK).
Gründer und Leiter ist Prof. Dieter Schönecker. Das "ZetKIK"
soll Analysen zur Kantischen Philosophie fördern. Geplant
sind auch Promotions- und Habilitationsprojekte.
[Mehr]
7. April 2006
Politik
Die Zukunft des Nationalen Ethikrats ist weiter in der
Diskussion. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU)
hat der CDU/CSU-Fraktion vorgeschlagen, Bundesregierung und
Bundestag sollten das Gremium künftig je zur Hälfte berufen.
Parlamentarier sollten dem Ethikrat nicht angehören. Der SPD-Politiker Wolf-Michael Catenhusen
- langjähriger Staatssekretär im Bundesforschungsministerium
- hat hingegen angeregt, den Ethikrat dem Bundespräsidenten
zuzuordnen. Ein überparteilicher Gruppenantrag schließlich
fordert die Einsetzung eines «Ethik-Komitees» des Bundestages,
das dauerhafter als eine Enquetekommission die bioethische Beratung des Parlaments durch Abgeordnete und Experten sowie die internationale Vernetzung
sicherstellen soll. [Mehr]
4.April 2006
Wörterbuch
Seit November steht das "Goethe- Wörterbuch" im
Internet: Der gesamte Wortschatz Goethes wird in alphabetischer Anordnung
dargestellt. Auf der Grundlage von rund drei Millionen Belegen
analysiert das Lexikon der Heidelberger Akademie der
Wissenschaften die Gebrauchsweise von 90.000 Stichwörtern.
Die starke Resonanz hat selbst die Macher überrascht.
[Mehr]
4. April 2006
März
Politik
Ethikrat aufwerten
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will Nationalen
Ethikrat aufwerten: Der von Bundeskanzler Schröder (SPD) zur
Beratung der Regierung gegründete Ethikrat soll per Gesetz
legitimiert werden: «Der nationale Ethikrat soll den Bundespräsidenten, die Bundesregierung und das Parlament
beraten,» sagte Schavan in einem Interview.
[Mehr]
18. März 2006
Religion
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat einen interreligiösen Dialog über rein politische und soziale Themen abgelehnt. Ein Dialog, der die religiöse Frage ausklammere, sei schädlich. Das Christentum müsse die Frage nach dem Heil der Religion, ihrer Wahrheit und ihrem Sendungsanspruch stellen.
Voraussetzung für einen Dialog der Religionen sei, dass man sich unbeschadet aller Unterschiede «als Ebenbürtiger unter Ebenbürtigen akzeptiert».
Weiteres Kriterium sei die Achtung der Religionsfreiheit. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, beklagte, dass ein wirkliches interreligiöses Gespräch in Deutschland noch nicht stattfinde.
[Mehr]
15. März 2006
Personalie
Jürgen Habermas hat den mit 7.000 Euro dotierten Bruno- Kreisky-Preis
der österreichischen Sozialdemokraten erhalten. Das Renner Institut
- die politische Akademie der SPÖ - zeichnete den Philosophen
am Donnerstag in Wien für sein literarisches und publizistisches Lebenswerk
aus. In seiner Dankesrede forderte Habermas mehr politische Gestaltungskraft in der EU, die sich sonst zu einer «diffus erweiterten europäischen Freihandelszone» entwickle.
[Mehr]
10. März 2006
Forschungsprojekt
Die Marburger Professoren Dietrich Korsch (Theologie) und
Peter Janich (Philosophie) haben ein ehrgeiziges Forschungsprojekt gestartet: Zwölf Jahre lang wollen sie über "Menschenbilder" forschen. Zur Geschichte dieses strapazierten Begriffs gebe es bisher keine großen Untersuchungen, hat Korsch festgestellt: "Was jetzt im Begriff Menschenbild verankert ist, hatte zuvor seinen Ort in der Metaphysik oder in der Religion." Wie entscheidend es ist, welches Menschenbild man hat, zeigt sich nicht nur an aktuellen
Konftlikten, etwa zwischen Abend- und morgenland, sondern auch in der Wissenschaft: Das naturalistische Menschenbild vieler Naturforscher leugnet sogar Willensfreiheit. Peter
Janich: "Vergessen wird dabei aber, dass all dies Aussagen eines Wissenschaftlers sind, von denen er als gültig ausgeht, natürlich eine Kulturleistung sind! Und kein Naturgegenstand."
[Mehr]
7.März 2006
Sportphilosophie / Bioethik
Philosophie und Sport - das war in Deutschland jahrelang die
Domäne eines Einzelkämpfers: des Olympiasiegers Hans Lenk.
Langsam entwickelt sich die Sportethik zu einer ernstgenommenen
Disziplin. Dabei reichen die Wurzeln der Reflexion über
Leiblichkeit, Fairnessregeln und Ästhetik bis ins 19. Jahrhundert
zurück, den Zeiten des "Olympismus". Und in den USA ist
Sportphilosophie längst etabliert. In Deutschland gibt die
Bioethik-Debatte Auftrieb: "Auch hier entsteht ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass der Sport eine Vorreiterrolle bezüglich des Einsatzes von Biotechnologien spielen und einen Dammbruch bewirken kann",
analysiert Claudia Pawlenka.
[Mehr]
6. März 2006
Mainz
Einen "Brückenschlag" im akut schwelenden
Wissenschaftsstreit zwischen Hirnforschern und Philosophen
versucht die Mainzer Universität: Zur Erforschung der
Hirntätigkeiten wurde ein " Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZN)"
gegründet, und an dem sind neben Neurowissenschaftlern,
Medizinern und Biologen auch die Philosophen beteiligt. [Mehr]
6.März 2006
Mohammed-Karikaturen
Presserat: Abdruck
keine Schmähung
Die Beschwerdekammer 1 des Deutschen Presserats hat sich auf ihrer Sitzung am
01. März in Bonn mit Beschwerden über die Veröffentlichung so genannter Mohammed-Karikaturen in der
"Welt" befasst. Dabei kam der Presserat zu dem Ergebnis, dass diese Veröffentlichungen im Einklang mit dem Pressekodex stehen.
Die Zeitung hatte über Anlass, Hintergründe und Folgen des Karikaturenstreits um die dänische Zeitung JYLLANDS POSTEN berichtet. In diesem Zusammenhang hatte
die "Welt" auch mehrere der in Dänemark erstmals publizierten Karikaturen veröffentlicht.
[Mehr] [Mohammed-Bilder?]
3. März 2006
Ethik-Unterricht
Die beiden großen christlichen Kirchen in Berlin haben ihre Kritik an dem geplanten Ethikunterricht an Schulen ohne Abwahlmöglichkeit zu Gunsten des Religionsunterrichtes erneuert. Bei einer Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus forderten sie, zunächst im «Feldversuch» das Lehrfach an
wenigen Schulen zu erproben. [Mehr]
3. März 2006
Februar
Bioethik
Man darf nicht alles, was man kann - eine simple Weisheit,
die wohl auch für die Bio- und Gentechnologie gilt.
Schwieriger ist zu definieren, wo eben diese ethischen Grenzen
liegen. Ob und wie die "Natur des Menschen" eine
normative Orientierung geben kann, wollen junge Forscher in
Freiburg herausfinden. "Zur Relevanz der Natur des Menschen als Orientierungsnorm für Anwendungsfragen der biomedizinischen Ethik"
lautet der etwas sperrige, aber inhaltlich klare Titel des
Projekt. Gefördert wird es vom Berliner
Forschungsministerium. Acht Jahre lang können die Freiburger
ihr Thema interdisziplinär bearbeiten. Das Projekt ist so angelegt, dass Austausch und gegenseitige Anregungen über Disziplingrenzen hinweg erfolgen können.
Mediziner und Biologen arbeiten mit Juristen, Theologen und
Philosophen zusammen. [Mehr]
23. Februar 2006
Terrorismus
Der jesuitische Philosophie- Professor Norbert Brieskorn sieht Parallelen zwischen dem US-Gefangenenlager Guantanamo und den Hexenprozessen der frühen Neuzeit.
Die panische Angst vor einem unsichtbaren Feind solle auch vernünftige Leute dazu
bringen, die völlige Schutzlosigkeit der Angeklagten zu fordern. [Mehr]
22. Februar 2006
Sozialphilosophie
Eine fortschreitende Tendenz, Arbeit als Ware zu betrachten, haben die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), Gewerkschaften und Kirchen beklagt. Nach den Worten des katholischen Trierer Bischofs Reinhard Marx widerspricht dies der Menschenwürde sowie den kulturellen und religiösen Traditionen. Arbeit diene zuerst dem Lebenserwerb des Einzelnen und der Familien, und sie sei Ausdruck menschlicher Schaffenskraft. Darüber hinaus ermögliche Arbeit dem Einzelnen Teilhabe am sozialen Leben, und sie sei christlich verstanden, so Marx, Teilhabe am Schöpfungswerk Gottes.
Vor einer verkürzten und eindimensionalen Sicht der Arbeit warnte in Berlin auch der frühere Generalsekretär des Weltkirchenrats, der evangelische Theologe Konrad
Raiser. Ihre umfassende Bedeutung werde gerade gegenwärtig für viele Menschen durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes spürbar.
[Mehr]
21. Februar 2006
Forschung
Die Papstwahl und der Papstbesuch haben das Thema Religion und Kirche
ebenso in die Schlagzeilen gebracht wie der Streit um Karikaturen
Mohammeds. Aber welche Rolle spielt Religion bei meinungsbildenden Eliten in Deutschland? Diese Fragen will ein Forschungsprojekt der Westfälischen Wilhelms-Universität klären, das von der
DFG gefördert wird. [Mehr]
18. Februar 2006
Studium
Mit durchschnittlich 9,3 Semestern wird an der " Hochschule für Philosophie" der Jesuiten in München
am schnellsten Philosophie studiert - der Bundesschnitt liegt
bei 12,1 Semestern.
Dies ist Ergebnis einer Studie, die der Wissenschaftsrat herausgegeben hat. Die
"schlaue Jungs" genannten Jesuiten sind also auch
"schnelle Jungs". [Mehr]
17. Februar
Hochschulpolitik
Zu einem vernichtenden Ergebnis sind sechs
Evoluierungs- Gutachter gekommen, die in Niedersachsen alle universitären
Philosophie- Institute bewertet haben: Die Philosophie im Land befindet
sich in einer Krise. Mit Ausnahme von Göttingen kann kein philosophisches Institut in Niedersachsen mit vergleichbaren Instituten
in anderen Bundesländern konkurrieren. Die Forschungsleistung ist
insgesamt gering.
Die Nachwuchsförderung ist praktisch zum Erliegen gekommen. Die
Nachwuchsforscher orientieren sich nach anderen Standorten. Insbesondere wird auch kritisiert, dass
Personen habilitiert werden, die anderswo keine Chancen hätten.
Langfristig sieht die Kommission Göttingen und Hannover als Forschungszentren.
Die Philosophie in Braunschweig soll abgewickelt werden. [Mehr]
16. Februar 2006
Politik
Ein Handel "Leben gegen Leben" verstieße gegen die
Unantastbarkeit der Menschenwürde - darum haben die
Verfassungsrichter das rotgrüne Luftsicherheitsgesetz"
wieder einkassiert. Das Gesetz sah vor, dass die Bundeswehr im Falle eines
Terror- Anschlags zur Vermeidung größeren Übels auch Passagierjets
abschießen darf. [Mehr]
16. Februar 2006
Islamismus
Eine irritiernde Ankündigung: Nadine Yassine von "der mitgliederstärksten,
islamistischen Organisation aus Marokko" werde eine
Woche zu Gast sein, vermeldet das geisteswissenschaftliche
"Zentrum Moderner Orient" (ZOM) in Berlin. Frau Yassine
will ihre Ziele erläutern: u.a. den gewaltfreien Übergang zur
Republik in Marokko. [Mehr] [Mohammed-Bilder?]
16. Februar 2006
Islam
Jetzt ist der "tagesspiegel" dran: Weil
iranische WM-Fußballer als Selbstmordattentäter dargestellt
wurden, hagelt es Proteste und Morddrohungen an den Zeichner.
Bizarr: Die Karikatur verspottet eigentlich den Vorschlag, bei der
WM die Bundeswehr einzusetzen. [Neue Karikatur, neue
Drohungen].
Wie ja auch die berüchtigten dänischen Karikaturen teilweise mit
dem Propheten Mohammed wenig zu tun hatten [Bilder
Mohammeds?]. Reaktionen: EU-Präsident Baroso verteidigt Pressefreiheit,
Kardinal Meisner fordert Rücksicht auf
Heiliges, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime
fordert ein Recht
auf Empörung ein.
15. Februar 2006
Islam
Ein Zusammenprall der Kulturen: Ein paar Muhammed-Karikaturen in einigen
Zeitungen - und Muslime gehen weltweit auf die Barrikaden. Warum diese starke Empörung
bis hin zur Verteufelung Dänemarks, wo die ersten Karikaturen erschienen?
"Offensichtlich wusste man nicht, was die Karikierung des Propheten des Islam für die Muslime
bedeutete", analysieren Theologen der Uni Rostock: "In der Vergangenheit wurde in den islamischen Staaten ein Angriff auf den Islampropheten mit dem Tode bestraft."
Auch andere Propheten gelten den Muslimen als entsprechend sakrosankt. Zum
Beispiel Jesus. [Mehr]
14. Februar 2006
Hochschulpolitik
Das wissenschaftliche Nachwuchsprogramm "WIN" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
ist evaluiert worden. Begutachtet wurde der zweite inhaltliche Schwerpunkt
"Kulturelle Grundlagen der Europäischen Einigung". Die Überprüfung nahm eine Gruppe hochkarätiger auswärtiger Gutachter vor. Nun liegt der Akademie das Ergebnis vor: Allen drei überprüften Arbeitsgruppen wurde eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit bescheinigt, sie werden für zwei weitere Jahre gefördert. [Mehr]
6. Februar 2006
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Aktuelle Debatten: Beiträge, Links
Die aktuelle Herausforderung durch die Neurowissenschaften:
Original-Texte der Hauptprotagonisten, Entgegnungen, Links.
Habe nun, ach! Philosophie studiert - und dann? Beruflich kommen
an den Universitäten kommen die wenigsten unter.
Wann wird der Mensch zur Person? Die Gen-Technologie und die
Bio-Technologie als ethisch/moralphilosophische Herausforderungen..
Stellen und Mittel werden gestrichen: Die akademische
Philosophie ist vielerorts existenziell bedroht. Sind die Philosophen
selbst schuld?.
Der 11. September und die Folgen. Die Frage nach dem
"gerechten Krieg". Die Herausforderung des Islam.
Nach Habermas der wohl bekannteste Philosoph - und der innerhalb
der Zunft am wenigsten geschätzte. Immer für Skandale gut. |
Förderung
Neue Stiftung für Nachwuchs
An der Universität Heidelberg wurde die Dr. Gerhard
Ott-Stiftung errichtet. Dem Wunsch des Stifters Gerhard Ott
folgend, wird der Nachwuchs in den Fakultäten für Philosophie,
Neuphilologie sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gefördert.
[Mehr]
19. Juli 2006
Personalie
Der Rechtsphilosoph Ronald M. Dworkin (Foto: Leo Sorel) erhält den Bielefelder Wissenschaftspreis
2006. Im Rahmen eines Festaktes in der Stadthalle Bielefeld wird Jürgen
Habermas am 15. Dezember 2006 die Laudatio halten. Der Preis ist mit 25.000 Euro
dotiert und wird durch die Stiftung der Sparkasse Bielefeld in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bielefeld und der Universität
Bielefeld verliehen. Der Wissenschaftspreis wurde im Gedenken an Niklas Luhmann
gestiftet. Die Begründung der Jury zur Preisverleihung würdigt Dworkin als einen der
bedeutendsten Rechtstheoretiker der Gegenwart. [Mehr]
18.Juli 2006
Online
Neuer Rekord von "Information Philosophie im Internet":
Anfang Juli waren es satte 6 Millionen Pageviews, die das
Onlinemagazin seit Gründung 1997 verzeichnen konnte. Die Zahl der
Zugriffe auf das philosophsiche Portal liegt inzwischen stabil bei
4.000 Pageviews pro Tag. [Mehr]
Ehrung
Buber-Experte Stiehm
Dem Heidelberger Verleger und Lektor Lothar Stiehm ist die
Ehrendoktorwürde der Karlsruher Universität verliehen worden.
Stiehm hat sich vor allem um das Werk Martin Bubers Verdienste
erworben: Der Verleger hat die Schriften des jüdischen Philosophen und Theologen
jahrzehntelang betreut. Auf Vorträgen hat er sich darum
bemüht, einem breiteren Publikum das Denken Bubers nahezubringen.
[Mehr]
13.Juli 2006
Rezension
Prolegomena gesagt hat, das könnte auch für
Kants Biographie von Manfred Kühn gelten: Es ist ein Buch für
Fortgeschrittene und Lehrer. Kühns Darstellungen der Kantischen
Philosophie sind nicht geeignet, interessierte Anfänger mit dem Werk vertraut zu machen.
[Mehr]
Ausschreibung
"Selbstbewusstsein, Selbsterkenntnis, Subjektivität" lautet
das Thema des "DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie".
Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten, die sich im interdisziplinären Kontext von geisteswissenschaftlicher und empirischer Forschung
mit dem Thema befassen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Bewerbungsende: 31. Juli. [Mehr]
Ehrung
Die
Berner
"Lauener Stiftung" hat ihren diesjährigen Preis für
Analytische Philosophie an den norwegischen Philosophen Dagfinn Føllesdal verliehen. Føllesdal wird für sein Gesamtwerk geehrt.
Der Norweger hat u.a. einen Brückenschlag zwischen der
Phänomenologie Husserls und der Analytischen Philosophie vorgenommen.
[Mehr]
21. Juni 2006
Iran
Während sich Irans Präsident Ahmadinedschad im
"Spiegel" als Verteidiger der Meinungsfreiheit gibt,
wenn es um den Holocaust gibt, sitzt der oppositionelle iranische
Philosoph Ramin Jahanbegloo immer noch in Haft. Am 27.
April war der Demokratie-Befürworter auf dem Flughafen Teheran
festgenommen worden. [Mehr]
8.Juni 2006
Ehrung
Robert
Spaemann und Walter Schweidler sind für ihr "Ethik Lehr- und
Lesebuch" mit dem umstrittenen "Deutschen
Schulbuch-Preis" ausgezeichnet worden. Den Preis verleiht
der Verein "Lernen für die Deutsche und Europäische
Zukunft", der u.a. die Schöpfungslehre verbreitet und die
Evolutionstheorie ablehnt. [Mehr]
25.Mai 2006
Personalie
Prof. Hans Lenk (Karlsruhe) ist zum Ehrenmitglied der Deutschen
Gesellschaft für Philosophie ernannt worden sowie zum Mitglied der World Academy of
Letters. Als Präsident des Institut International de Philosophie
wird er vom 2. bis 7.Oktober in Tokyo die Jahrestagung des
Weltverbandes leiten (Ästethik in der zeitgenössischen
Philosophie).
[Mehr]
24.Mai 2006
Personalie
Klaus Maria Brandauer wird mit der Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet.
Der Schauspieler wird damit vor allem für sein Engagement für die Universität Tel Aviv
geehrt, an der Brandauer u. a. den Lehrstuhl für
Theaterwissenschaften mitfinanziert. Die Buber-Plakette wird für
den Einsatz für Dialog und Mitverantwortung verliehen. [Mehr]
8. April 2006
Ranking
Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass ist Deutschlands
Intellektueller Nummer eins - zu diesem Ergebnis kommt die
Zeitschrift «Cicero» bei einem Ranking. Auf den Rängen zwei und
drei landeten Harald Schmidt und Marcel Reich-Ranicki. Erst auf
Platz 6 folgt der erste Philosoph: Jürgen Habermas.
Habermas hat gerade erst in seiner Festrede bei der Verleihung des
Bruno-Kreisky-Preises über den Typus des
"Intellektuellen" reflektiert. Demnach habe der
tradierte Intellektuelle die Aufgabe gehabt, spezielles Fachwissen
pointiert einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, um auf
Missstände oder Gefahren hinzuweisen. Diese Funktion übten
inzwischen aber Politiker, Journalisten und sonstige
Talkshow-Teilnehmer aus. [Mehr]
5. April 2006
Zeit-Reisen
Preis für Vollbrecht
Für die philosophische Kurzreise "Langeness - Flutende Zeit. Auf der Hallig: Philosophieren über
die Zeit" ist Peter Vollbrecht auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB)
mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet worden. 2002 hatte Vollbrecht schon
einmal eine Goldene Palem für die Reise " im
Geiste Nietzsches nach Sils-Maria" gewonnen. [Mehr]
18. März 2006
Personalie
Rüdiger Safranski erhält am 7.Juni 2006 den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass in Safranskis philosophischen Essays sowie Biografien deutscher Dichter und Denker eine hohe Kunst der Verständlichkeit herrsche, die sich in souveränem Wissen und stilistischer Prägnanz begründet.
Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. [Mehr]
7.März 2006
Stammzellforschung / Bioethik
Für eine einheitliche Stichtagsregelung bei der EU-Förderung der Stammzellforschung hat sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, ausgesprochen. Die EU müsse eine «durchdachte Antwort» auf die ethischen Streitpunkte des Themas geben, sagte Huber am Donnerstagabend während einer Diskussionsrunde mit Vertretern von EU-Kommission und Europaparlament in Brüssel. Man dürfe es auf Dauer nicht hinnehmen, dass es in Europa auf diesem Forschungsfeld «unterschiedliche Maßstäbe und Geschwindigkeiten» gebe.
Die deutsche Stichtagsregelung, nach der lediglich Experimente mit bestimmten bereits existierenden embryonalen Stammzellen erlaubt sind, sei für ihn «ein vertretbarer Kompromiss». [Mehr]
4.März 2006
Medizinische Ethik
"Wenn es aufgrund des Vogelgrippe-Virus zu einer Pandemie unter Bürgern kommen sollte, dann brechen die gesundheitliche Versorgung und die öffentliche Ordnung zusammen", prophezeit Prof. Dr.
Hans-Martin Sass (Zentrum für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität). Der Wissenschaftler hat sich mit der "Medizinischen Ethik bei Notstand, Krieg und Terror" befasst und
festgestellt, dass staatliche Institutionen, Mediziner und Bürger mangelhaft auf Notstandssituationen vorbereitet sind.
Sass plädiert für eine wesentlich weiter gehende Beratung der Bürger, eine Aufnahme der Katastrophenmedizin in die Ausbildung von Ärzten und Pflegern und die bessere Vorbereitung des Gesundheitswesens
auf einen möglichen Katastrophenfall. [Mehr]
22. Februar 2006
Palliativmedizin
Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V.
(DGSS) hat den Vorstoß des Hamburger Justizsenators Roger Kusch (CDU), Sterbehilfe in Deutschland zu legalisieren, scharf verurteilt. "Das ist eine unsägliche Idee von einem Politiker, dessen Partei auch noch 'christlich' in Namen trägt", sagte
Zenz. Grund für den vielfachen Wunsch nach Sterbehilfe sei nachgewiesenermaßen eine mangelnde palliativmedizinische Versorgung, von der gerade Hamburg besonders betroffen ist, "ein politischer Fehler", so
Zenz. "Kuschs politische Aufgabe ist es nicht, nach Alternativen für die Versäumnisse in der Palliativmedizin zu suchen, sondern diese Versäumnisse zu beseitigen", sagte der Schmerzspezialist.
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20. Februar 2006
Personalie
Bei Juden und Christen heißt er Abraham, bei den Moslems Ibrahim - "als
unser aller Vater im Glauben" scheint sich die biblische Gestalt für den
interreligiösen Dialog zu empfehlen. Wie weit eine " abrahamische Ökumene"
wirklich reicht, hat die Bayreuther Theologin und Islamwissenschaftlerin Ulrike Bechmann
untersucht. Ihre Habilitationsschrift "Abraham - Beschwörungsformel oder Präzisierungsquelle?"
wird mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien
ausgezeichnet. [Mehr]
Personalie
Spitze: "Bullshit"
Harry G. Frankfurt ist Emeritus und
Bestseller-Autor: mit "Bullshit"
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Islam / Islamismus
Der Publizist Michel Friedman sieht nichtchristliche Religionsgemeinschaften in Deutschland stark benachteiligt. Bei
einer Rede am 61. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz an der Privatuniversität Witten/Herdecke
kritisierte er u.a. die Kirchensteuer- und
Feiertagsregelungen. Insbesondere die Muslime in Deutschland
nahm Friedman gegen den Generalverdacht eines Islamismus in Schutz:
" Auch das Christentum hat der Welt gezeigt, was Fundamentalismus ist."
Am mangelnden Dialog zwischen den Religionen seien die
christlichen Deutschen selbst schuld: Sie könnten " gar nicht mehr ernsthaft in einen Dialog mit Vertretern anderer Religionen treten, weil sie nicht mehr wissen, was es bedeutet, ein Christ zu sein." [Mehr]
1.Februar 2006
Personalie
Der Gewalt-Forscher René Girard, emeritierter Professor der Stanford University,
erhält den mit 40.000 Euro dotierten Dr. Leopold-Lucas-Preis. Der frühere Hochschullehrer für Französisch, Literatur- und Kulturwissenschaften habe grundlegende und wegweisende kulturtheoretische Studien über das Phänomen der Gewalt und ihre Eindämmung vorgelegt, teilte die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen
zur Begründung mit. Unter den bisherigen Preisträgern sind der Theologe Karl Rahner und der Philosoph Raimund Popper, der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso
und der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. [Mehr]
Personalie
Der Bielefelder Historiker Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhart Koselleck ist am 3. Februar 2006
im Alter von 82 Jahren verstorben. Koselleck war Schüler von Hans-Georg Gadamer, Karl
Löwith, Werner Conze, Carl Schmitt und Alfred Weber.
Er war Mitglied des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld. [Mehr]
Holbergpreis
Kandidaten gesucht
Bis zum 15. Februar
können Professoren noch Kandidaten für den Internationalen Holberg-Gedenkpreis
nominieren. Der Preis, den im vorigen Jahr Jürgen Habermas
bekommen hat, wird u.a. für herausragende wissenschaftliche Arbeiten in den
Geisteswissenschaften verliehen. 2006 ist der Preis mit NOK 4.5 Millionen (rund
575.000 Euro) dotiert.
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1. Februar 2006
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Wiss. Buchgesellschaft
Philosophen gesucht
Die Wissenschaftliche
Buchgesellschaft in Darmstadt vergibt Praktikantenstellen
im Lektorat: Bewerben können sich Studierende der Philosophie und Theologie nach der Zwischenprüfung. Das Praktikum sollte mindestens 8 Wochen, höchstens 12 Wochen dauern. Bewerbungen
nimmt das Lektorat Theologie und Philosophie, Dr. Bernd
Villhauer, entgegen (WBG, Hindenburgstraße 40, 64295
Darmstadt). E-Mail: villhauer@wbg-darmstadt.de
[Mehr Jobs]
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Debatte
Eigentlich würde man meinen, das Thema ‚Heidegger und der Nationalsozialismus' sei nach den Büchern von Ott und Farias sowie der darauf folgenden Debatte zu Ende ausdiskutiert. Doch nun hat in Frankreich ein neues Buch
Heidegger, l'introduction du nazisme dans la philosophie (574 S., 2005, € 29.-, Albin Michel, Paris) für Aufregung gesorgt. Autor ist Emmanuel
Faye.
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Philosophische Praxis
Neue Praxen
Immer mehr Philosophische Praxen eröffnen abseits der - inzwischen gut
versorgten - Großstädte. Vier neue Einträge in unserer Liste
von Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Ebersberg (Bayern),
Freiburg, Mühlen (Horb a. Neckar) und Saarbrücken.
[Wenn Sie Inhaber einer Praxis sind, die sich nicht in unserem Verzeichnis
findet: Hier eintragen!]
Forschung
Geophilosophie
"Geophilosophie" - ein neuer Forschungszweig, der das Verhältnis
philosophischer Haltungen zur ‚Erde' oder zu territorialen Begebenheiten
betrachtet. Was bislang meist als bloße Metaphorik gilt, wird
dabei als zentral für das Verständnis philosophischer
Texte erachtet. [Mehr]
Unterricht
Daten für Didaktiker
Die Literaturdatenbank DelEtaPhi
verweist für die Bereiche Didaktik der Ethik und Philosophie, Ethik- und Philosophieunterricht auf mehr als 1500 Titel von Aufsätzen aus Fachzeitschriften.
Die Suche erfolgt nach Stichwort, alphabetischem Titelverzeichnis, Jahrgangs-Verzeichnis
und den Namen der Autorin bzw. des Autors.
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