| Hamburg |
Wolfgang Bartuschat (63) hat den Antrag auf "Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand" gestellt. Der Institutsrat des Philosophischen Seminars bedauert in einer an das Präsidium der Universität Hamburg gerichteten Schreiben diesen Rückritt "außerordentlich". Dadurch werde "ein Zustand vorzeitig eintreten, den das Seminar mit Entsetzen auf sich zukommen sieht: dass für die Lehre auf einem besonders wichtigen Gebiet der Philosophiegeschichte - der Epoche von Descartes bis Hegel - kein Spezialist mehr vorhanden sein wird." Bartuschats Stelle war infolge der Sparmaßnahmen der Universität bereits 1998 gestrichen worden, er selber wurde seither aus anderen Stellen bezahlt. Bartuschat fand dies als eine "persönlich verletzende Missachtung seiner Verdienste für Lehre und Forschung"; er empfindet, wie er gegenüber dem Hamburger Abendblatt äußerte, seine Behandlung "als demütigend und stillos" und hat nun daraus die Konsequenzen gezogen. Wenn dem Antrag stattgegeben wird, verlässt Bartuschat zum 31. März 2002 die Universität, drei Semester früher als geplant. Das Wintersemester verbringt er weit ab von Hamburg, als Gastprofessor an der Universität Bordeaux. Der Institutsrat des Philosophischen Seminars fordert nun "die sofortige Wiedereinsetzung der Stelle". Sollte eine solche Garantie nicht zugesichert werden können, "bekundet er sein Verständnis für die Begründung von Bartuschats Antrag". Der Universitätspräsident seinerseits erkennt das "beachtliche Renommé" des Philosophieprofessors an, sieht aber in diesem Fall nicht das klassische Dilemma zwischen Sparzwang und dem Wunsch, ein Forschungsgebiet zu retten. Die Stelle sei von Anfang an keine feste Planstelle gewesen.
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