| Philosophie im Film |
Derridas AlltagKirby Dick und Amy Ziering Kofman (letzteres die Schwester von Sarh Kofman) haben Derrida in seinem Alltag begleitet und ihn dabei gefilmt – und Derrida, dem man eine leichte Eitelkeit nachsagt, hat dies zugelassen. Entstanden ist dabei der Dokumentarfilm „Der Alltag des Dekonstruktivisten Derrida“, ein Film, der in mehreren Kinos gezeigt wurde. Man sieht dabei, wie Derrida in Paris eine Strasse überquert, wie er nach einer Vorlesung ehrfurchtsvollen Studentinnen abwesend die Hände schüttelt oder wie er beim Telefonieren penibel die Verschlusshülsen seiner Filzstifte stülpt – ein Film für Derrida-Verehrer also, dauert er doch ganze 85 Minuten. Längere Zitaten aus verschiedenen Texten werden durch eine meditative Musik untermalt, die den nüchternen Texten eine poetische Aura geben sollen. Fünf Jahren Drehzeit stecke in dem Film kann man lesen und was man erfahren kann, ist ergreifend: Derrida läuft zu Hause im Pyiama herum und zieht sich nur an, wenn er das Haus verlässt. Beim Frisieren sträuben sich seine Haare kammartig nach oben. Wenn er verlegen ist, kratzt er sich am Ohr. Auch leidet der Arme an Schlaflosigkeit. Auf grosse Fragen geht er in dem Film nicht ein. Von Liebe etwa will er nicht reden, zeigt aber, sagt aber, wie man eine solche Frage professionell angeht: mit einer Unterscheidung, ob man jemanden oder etwas oder etwas an jemanden liebt.
"Derrida"
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