| Forschung |
Die Entzauberung der Welt - ein beliebter Topos in der Moderne. Vielleicht auch nur ein Mythos? An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beschäftigt sich eine interdisziplinäre Forschergruppe mit der Faszination, die von Ursprüngen und Anfängen ausgeht. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt "Anfänge (in) der Moderne: Theoretische Konzepte, literarische Figurationen, historische Konstruktionen" soll insbesondere die These von der progressiven Entzauberung oder Entmythisierung der Welt in der Moderne kritisch reflektiert werden.
Die Forscher nehmen am 24.Mai ihre Arbeit auf. Sprecherin der Forschergruppe ist Professor Inka Mülder-Bach, Institut für Deutsche Philologie der LMU. Ziel der interdisziplinären Forschergruppe ist, Prozesse der Moderne über die Denkfigur des Anfangs neu in den Blick zu nehmen. Erforscht werden sollen Anfangskonstruktionen auf der Ebene von kulturellen Diskursen, Genres und Texten in den letzten drei Jahrhunderten, mit exemplarischen Ausgriffen in die Vormoderne und die Antike. Zum einen soll untersucht werden, über welche Konzepte, Semantiken und Verfahren diese Anfänge modelliert werden und welche Funktionen ihnen zukommen. Zum anderen will die Gruppe klären, welche Rolle Anfangskonstruktionen im Rahmen von Selbstbeschreibungen der Moderne spielen.
Beteiligt an der Forschergruppe sind neben den neueren Literaturwissenschaften (Deutsche Philologie, Englische Philologie, Komparatistik, Nordische Philologie, Romanische Philologie, Slavische Philologie) die Fächer Klassische Philologie, Systematische Theologie und Philosophie. Neben der gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit, in die auch auswärtige Kooperationspartner eingebunden sind, werden die Forscherinnen und Forscher Gastvorträge, Workshops und Symposien veranstalten, die sich auch an eine breitere Öffentlichkeit richten.
idw
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