Politik

Debatte um neuen Ethikrat

Unterschiedliche Vorstellungen der Parteien

Die Zukunft des Nationalen Ethikrats ist weiter in der Diskussion. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat der CDU/CSU-Fraktion vorgeschlagen, Bundesregierung und Bundestag sollten das Gremium künftig je zur Hälfte berufen. Parlamentarier sollten dem Ethikrat nicht angehören. Union-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) zeigte sich überzeugt, dass die Große Koalition den Plänen von Ministerin Schavan den Vorzug geben werde. 

Der SPD-Politiker Wolf-Michael Catenhusen - langjähriger Staatssekretär im Bundesforschungsministerium - hat hingegen angeregt, den Ethikrat dem Bundespräsidenten zuzuordnen: «Die Institution Ethikrat sollte nach dem Beispiel des Wissenschaftsrates beim Bundespräsidenten angesiedelt werden und aus seinem Haushalt finanziert werden. Der Bundespräsident sollte seine Mitglieder auf Vorschlag von Politik und Gesellschaft berufen», schrieb Catenhusen in einem Beitrag für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) vor. 

Ein überparteilicher Gruppenantrag schließlich fordert die Einsetzung eines «Ethik-Komitees» des Bundestages, das dauerhafter als eine Enquetekommission die bioethische Beratung des Parlaments durch Abgeordnete und Experten sowie die internationale Vernetzung sicherstellen soll. Den Gruppenantrag erarbeiteten der Grünen-Politiker Reinhard Loske und die Vorsitzenden der bisherigen Bioethik-Enquetekommission, Rene Röspel (SPD) und sein Vize Hubert Hüppe (CDU). 

Den bestehenden Ethikrat hat der frühere Bundeskanzler Schröder (SPD) im Frühjahr 2001 eingesetzt. Seitdem hat der Kanzler bis zu 25 Sachverständige aus Wissenschaft, Politik, Industrie, Gewerkschaften, Philosophie und Theologie für jeweils vier Jahre berufen. Quer durch die Parteien dauert die breite Kritik an der Struktur des Ethikrats an, der vielfach als «Ethikrat von Schröders Gnaden» bewertet wird. 

[online: 04/04/2006 - Print: -]

Seite drucken
Freunden empfehlen! Freunden empfehlen
Links  

qpfeil.gif (860 bytes) Schavan will Ethikrat aufwerten

qpfeil.gif (860 bytes) Patientenverfügung soll verbindlich sein

Download: Patientenverfügung

Volker Gerhardt im Ethikrat

Externe Links

Die Stellungnahme "Patientenverfügung. Ein Instrument der Selbstbestimmung

Ethikrat

Zentrum für Medizinische Ethik der Ruhr Universität Bochum, 44780 Bochum, Fax 0234-321-4598 Email

Medizinethik

Literatur
cover
Gerhard Geckle:

Patienten-
verfügung und Testament

EUR 16,80
Versand direkt bei Erscheinen (Vorbestellung)
cover
Rita Kielstein und Hans-Martin Saß:
Die persönliche Patientenverfügung
EUR 10,90
Versand binnen 24 Stunden
cover
Thomas Klie, Johann-Christoph Student:

Die Patientenverfügung

EUR 9,90
Versand binnen 24 Stunden
Webmaster © 1997 - 2006 M. Funken. Alle Rechte vorbehalten.  Impressum
Information Philosophie im Internet als Favorit/Bookmark
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Einbindung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat, sofern man sich davon nicht ausdrücklich distanziert hat. Hiermit betone ich ausdrücklich, dass ich keinerlei Einfluß auf Gestaltung, Inhalte und Links aller gelinkten Seiten habe noch jemals hatte, und distanziere mich ausdrücklich von sämtlichen Gestaltungsformen, Inhalten und Links aller gelinkten Seiten und mache mir diese nicht zu eigen.
Düsseldorf, 24.5.2000, Der Herausgeber