Leopold-Lucas-Preis für René Girard
Der Gewalt-Forscher René Girard, emeritierter Professor der kalifornischen Stanford University,
erhält den mit 40.000 Euro dotierten Dr. Leopold-Lucas-Preis. Der frühere Hochschullehrer für Französisch, Literatur- und Kulturwissenschaften habe grundlegende und wegweisende kulturtheoretische Studien über das Phänomen der Gewalt und ihre Eindämmung vorgelegt, teilte die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen
zur Begründung mit. Die Preisverleihung ist am 16. Mai in Tübingen geplant.
Der jährlich verliehene Dr. Leopold-Lucas-Preis würdigt Leistungen aus Theologie, Geistesgeschichte, Geschichtsforschung und
Philosophie. Hauptaugenmerk ist die Förderung der Beziehungen zwischen Menschen und Völkern.
Der Preis wurde 1972 von Franz D. Lucas zum 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommenen Vaters, des jüdischen
Rabbiners Dr. Leopold Lucas, gestiftet. Ihn vergibt die Evangelisch-Theologische Fakultät alljährlich im Namen der Universität Tübingen. Unter den bisherigen Preisträgern sind der Theologe Karl Rahner und der Philosoph Raimund Popper, der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso
und der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker.
Der diesjährige Preisträger René Girard wurde 1923 in Avignon geboren. Nach dem Studium in Paris
wurde er Professor in Baltimore, Buffalo und Stanford. Im März 2005 wurde er zum Mitglied der Académie Française gewählt. Starkes internationales Echo fand er mit seiner 1987 vorgelegten wegweisenden kulturtheoretischen Studie «Das Heilige und die Gewalt».
Vor kurzem hatte der Katholik Girard die Kritik des neu gewählten Papstes
Benedikt XVI. am modernen Relativismus unterstützt.
Foto: Katholisch-Theologische Fakultät
der Universität Innsbruck
(idw/epd) [online: 07/02/2006]
Literatur
Rene Girard
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Hiob.
Ein Weg aus der Gewalt
Rene Girard
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Eine kritische Apologie des Christentums
Rene Girard
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Autor/in
Michael Funken
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