Iranischer
Philosoph immer noch in Haft
Während sich Irans Präsident Ahmadinedschad im "Spiegel"-Interview
als höhnischer Verteidiger der Meinungsfreiheit gibt, wenn es um Aussagen zum
Holocaust gibt, sitzt der iranische Philosoph Ramin Jahanbegloo (رامین
جهانبگلو) immer noch in Haft. Am
27. April war der politische Denker und Demokratie-Befürworter auf dem
Flughafen Teheren festgenommen worden. Er war auf dem Weg zu einer Vortragsreise
nach Ungarn.
Dem Philosophen wird Spionage für die USA und Israel vorgeworfen. Trotz
internationaler Proteste seitens der EU und philosophischer Freunde wie Chomsky
oder Habermas sitzt Jahanbegloo seit mehr als einem Monat im Evin-Gefängnis in
Teheran.
Jahanbegloo zählt zu jenen Denkern, die Jürgen Habermas bei seinem
Iran-Besuch auf Einladung von Präsident Chatami 2002 im "Zentrum für den
Dialog der Zivilisationen" getroffen hat. Der 46jährige Jahanbegloo hat an
der Sorbonne promoviert und anschließend in Harvard gearbeitet. Später war er
Professor für Politikwissenschaft in Toronto. Der interkulturelle Dialog zählt
zu seinen Schwerpunkten.
[online: 8/06/2006 - Print: -]
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