| Neuerscheinungen |
Im Mai 1945, als die Rote Armee die Hauptstadt des ehemaligen Ostpreussens eroberte, flüchtete eine Gruppe Deutscher unter Leitung eines Dr. Borowski und kam nach einer längeren Irrfahrt nach Paraguay, wo sie sich ansiedelte und ihre Kolonie Nueva-Königsberg nannte. Diese Deutschen waren Bewunderer Kants, die ihr Leben nach dem Vorbild führten: sie kleideten sich wie Kant, aßen wie er und führten unternahmen jeden Nachmittag den gleichen Spaziergang - ob ihnen allerdings dieselben Gedanken wie Kant durch den Kopf gingen, ist nicht überliefert. Als nun der 1896 geborene Philosoph Jean-Baptiste Botul in Argentinien von dieser Kolonie hörte, reiste er hin und hielt auf deutsch einen Vortrag Das sexuelle Leben Immanuel Kants. Dieser Botul hat in sokratischer Manier keine Bücher veröffentlicht, erhalten sind nur Mitschriften seiner Vorträge und Gespräche, die von einer Gesellschaft Amis de Jean-Baptiste Botul gesammelt werden.
Als nun in Frankreich der paraguayanische Vortrag veröffentlicht wurde, war das Echo groß, die angesehene Kulturzeitschrift Lettre international druckte Teile davon ab und als die deutsche Ausgabe
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