| Leserbrief |
Der Essay von Julian Nida-Rümelin "Die Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Perspektive" endet mit der ‚Forderung an uns Lehrende’ drei ‚spezifische Kompetenzen, die Geisteswissenschaften vermitteln’, auch ‚selbst zum Inhalt geisteswissenschaftlichen Studiums zu machen’. Da stimme ich gerne zu. Eine davon ist die ‚interkulturelle Kompetenz’. Das ist mir aus dem Herzen gesprochen. Im Essay selbst finden sich zwei Hinweise, woran bei dieser Vermittlungsaufgabe zu denken ist. Da kommt der ‚Islamwissenschaft’ die Bedeutung zu, dass sie ‚u.a. auch zu einem besseren Verständnis einer Nachbar-Kultur beitragen will’. Ferner ‚bedarf die geisteswissenschaftliche Perspektive der Empathie, der Fähigkeit, sich in Menschen anderer Kulturen (diachron oder synchron) hineinzuversetzen’. Hierfür verweist Nida-Rümelin auf ‚Werke der Architektur, der bildenden Kunst oder der Musik und der Literatur’. Die wenigen Philosophen im deutschen Sprachraum, die an der interkulturellen Philosophie arbeiten, würden von ihrem Arbeitszusammenhang aus diese Hinweise um eine Auseinandersetzung mit der islamischen Philosophie (und den Philosophien anderer Nachbar-Kulturen) und um eine differenziertere Hermeneutik des Fremdverstehens nicht nur ästhetischer, sondern auch philosophischer Dokumente ergänzen wollen.
Prof. Dr. Heinz Kimmerle
Rotterdam
Abdruck: Information Philosophie 5/2004 |
Wolfgang
Spohn: Zur Perspektive der akademischen Philosophie in Deutschland
Julian
Nida-Rümelin: Frei reden und reisen - Die Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Perspektive
Replik: Heinz Kimmerle: Mehr islamische Philosophie
Michael Funken:
Kein Bedarf für Philosophie
Peter Moser:
Nutzlose Universitätsphilosophie?
Habilitierter Nachwuchs rebelliert
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