Personalien

Ehren für Hans Lenk

Hans Lenk, seit 2003 Emeritus der Universität Karlsruhe, werden zahlreiche hohe Ehren zuteil. Die bislang höchste ist die Präsidentschaft des Institut International de Philosophie: Bis 2008 agiert der 70jährige als Präsident der Weltakademie der Philosophen und ist somit höchster akademischer Repräsentant der Philosophie. Für seine Verdienste hat Bundespräsident Köhler dem Olympia-Sieger Lenk (Ruder-Achter 1960) das große Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen.

Als Präsident der Weltakademie hielt Hans Lenk ein Grußwort beim Deutschen Kongress für Philosophie in Berlin. Und beim Unesco-Welttag der Philosophie in Paris hat er zusammen mit dem Präsidenten der Unesco-Generalkonferenz, dem Präsidenten des Exekutivrates und dem Rektor der Abteilung für Sozial- und Geisteswissenschaften sowie dem Präsidenten der FISP (Professor Peter Kemp) die Eröffnungsrede gehalten. Der diesjährige Welttag ehrte das Gedenken an die französischen Philosophen Aron, Nizan, Ricoeur und Sartre. Lenk referierte auch über Aron und das Problem der individuellen und kollektiven Verantwortung. 

Der Olympiasieger von 1960 im Ruder-Achter ist dem Sport als Trainer, Lehrer, Berater und auch als Kritiker immer verbunden geblieben. Das von seinem Lehrer Karl Adam geweckte Interesse an einer "Philosophie der Eigenleistung" führte ihn auf einen Weg, der ihn auch als Hochschullehrer zu einem der profiliertesten und wichtigsten Vertreter der deutschen Gegenwartsphilosophie machte. In zahlreichen Ehrenämtern hat er durch sein Wirken das Ansehen der deutschen Kultur und Philosophie in der ganzen Welt gestärkt. 

Bundespräsident Horst Köhler hat Professor Dr. Hans Lenk das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der ehemalige Leiter des Instituts für Philosophie der Universität Karlsruhe habe sich "als einer der profiliertesten Vertreter der deutschen Gegenwartsphilosophie um das Gemeinwohl verdient gemacht", schreibt der baden-württembergische Ministerpräsident Günther H. Oettinger in einem Glückwunschbrief. Er hatte dem Bundespräsidenten vorgeschlagen, den seit 2003 emeritierten Professor mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen. 

Lenk ist zudem Ehrendoktor der Deutschen Sporthochschule Köln sowie der Universitäten von Moskau, Cordoba, Budapest und Pécs. Ferner erhielt er zahlreiche Preise wie die Wissenschaftliche Carl-Diem-Medaille oder den Distinguished Scholar Award der internationalen Philosophic Society for the Study of Sport. 

Hans Lenk gewann bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 mit dem Ruder-Achter die Goldmedaille. Später saß er im Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) und scheute als Kritiker von Doping und Korruption im Sport keinen Konflikt - bis hin zu seinem Rücktritt aus dem NOK 1992, als er seine persönliche Mitgliedschaft im Nationalen Olympischen Komitee (NOK) für Deutschland zurückgab und in einem öffentlichen Brief an den neu gewählten Präsidenten Walther Tröger schrieb: »Alle strategischen Positionen im deutschen Sport sind mit Opportunisten und Möchtegern-Potentaten besetzt.« Das NOK sei »von allen olympischen Geistern verlassen«.

In Freiburg, Kiel und seiner Geburtsstadt Berlin hatte Hans Lenk Mathematik, Philosophie, Soziologie, Sportwissenschaft und Kybernetik studiert. Nach seiner Habilitation in Philosophie und Soziologie war er 1969 dem Ruf an die Universität Karlsruhe gefolgt, wo er mehr als 30 Jahre forschte und lehrte. Er gilt als einer der wichtigsten und kreativsten deutschsprachigen Philosophen der Gegenwart sowie als einer ihrer produktivsten Vertreter mit bereits veröffentlichten rund 1300 Titeln und Übersetzungen in 28 Sprachen, darunter 120 Büchern. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit nimmt und nahm Lenk eine Vielzahl von Ehrenämtern in wissenschaftlichen Institutionen des In- und Auslandes wahr. 

[online: 23/01/2006]

Seite drucken
Freunden empfehlen! Freunden empfehlen
Links  

Renate Dürr: Hans Lenk

Externe Links

Hans Lenk: Was ist Verantwortung? SWR Fernsehen

Hans Lenk: Wenn nur der Sieg zählt - Fairness im Sport Fairness-Stiftung

Philosoph Hans Lenk wird 70 Ruderer-Verband

Bundespräsident: Bundesverdienstkreuz für Hans Lenk

Kontakt

em. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Lenk
Kaiserstr. 12
Geb. 20.12
76131 Karlsruhe
Tel.: +49 (0) 721/ 608-21 49
Fax: +49 (0) 721/ 608-30 84

Email Website

Webmaster © 1997 - 2006 M. Funken. Alle Rechte vorbehalten.  Impressum
Information Philosophie im Internet als Favorit/Bookmark
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Einbindung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat, sofern man sich davon nicht ausdrücklich distanziert hat. Hiermit betone ich ausdrücklich, dass ich keinerlei Einfluß auf Gestaltung, Inhalte und Links aller gelinkten Seiten habe noch jemals hatte, und distanziere mich ausdrücklich von sämtlichen Gestaltungsformen, Inhalten und Links aller gelinkten Seiten und mache mir diese nicht zu eigen.
Düsseldorf, 24.5.2000, Der Herausgeber