Hirnforschung vs. Freiheit / Leserbrief

Thomas Bauer:

Natur nicht deterministisch

Die Vertreter der Ansicht, dass unsere Entscheidungen nicht auf einen freien Willen beruhen, sondern auf deterministischen Naturgesetzen nach denen unsere Neuronen arbeiten übersehen doch etwas ganz entscheidendes. In der heutigen Physik, insbesondere nach der Entdeckung der Quantenmechanik, wissen wir doch, dass auch die Naturgesetze nicht "deterministisch" ablaufen. Die Physik zeigt uns, dass die Naturgesetze nur mit einer Wahrscheinlichkeit ablaufen. Natürlich, diese Wahrscheinlichkeit liegt in den meisten Fällen bei 99,9999%, aber das heißt, dass es nicht deterministisch ist. Ein Beispiel: Sämtliche Naturgesetze könnten auch rückwärts ablaufen. Es macht keinen Unterschied, ob wir mit einer positiven oder negativen Zeitkomponente rechnen!! Nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie in die Zukunft gerichtet sind ist größer als das Gegenteil. Nun, ich weiß, dass dieses Thema noch viel komplexer ist und natürlich auch mit der Unterscheidung von Makro- und Mikrokosmos zusammenhängt. 

Ich wollte aber nur einmal darauf hinweisen, dass die Vertreter die meinen, dass unser Wille nur Illusion sei, da wir von "simplen" Neuronenaktivitäten, die nach Naturwissenschaftlichen Gesetzen zurückgehen, gesteuert werden, auch mal die aktuellen physikalischen Erkenntnisse anschauen sollten.

Ich muss Herrn Professor Habermas recht geben. Die Diskussion erinnert an das 19.Jahrhundert. Die Philosophie ist da den Naturwissenschaften auch auf den Leihm gegangen. Die Newton Mechanik war das nonplusultra und man meinte die Philosophie muss diese Ergebnisse alle 1zu1 übernehmen. Wie wir ja heute wissen, ist es nicht so!!!! 

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Jürgen Habermas: Über die Willensfreiheit 5/2004

Gehirn vs. Geist: Die Neurowissenschaft-Debatte

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Autor [Stand der Information: 10/10/2005]

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Düsseldorf, 24.5.2000, Der Herausgeber