| Studium |
Innerhalb der "rowohlts enzyklopädie" erscheint eine Reihe "Orientierung", die Studierenden Informationen über das von ihnen gewählte Fach bieten will. Zusammen mit einer "Orientierung Linguistik" ist als erster Band ein solcher über die Philosophie erschienen:
Fellmann, der in Chemnitz eine Professur für Philosophie innehat, führt eigenwillig über den Begriff "Sinn" in die Philosophie ein, geht zur Frage nach dem Menschen über und deren Motive, Philosophie zu betreiben. Dann folgt eine etwas oberflächliche Übersicht über die Gebiete der Philosophie und die an den Universitäten gegenwärtig geplegten Richtungen, bevor das Verhältnis der Philosophie zu ihrer Geschichte, zu den Wissenschaften, zur Kunst und Religion thematisiert wird. Nach einem Plädoyer für einen Kurswechsel in der Philosophie folgen Hinweise auf Studienverlauf, Literaturbeschaffung, Klassikerausgaben sowie im Anhang wichtige Philosophiegeschichten, Lexika und Fachzeitschriften.
Allerdings ist das Buch für Studienanfänger nur beschränkt verwendbar: anstatt objektiv über die Philosophie und wie sie gegenwärtig an den Universitäten betrieben wird, bringt Fellmann im lockeren Plauderton eine sehr subjektive Einschätzung, die manchmal direkt zu einer Abrechnung mit ihm nicht genehmen Strömungen wird. Das Buch liest sich dadurch leicht, und es ist unterhaltsam, in vielem trifft er ins Schwarze und baut auch mögliche Ehrfurchtsgefühle vor den Professoren rechtzeitig ab, dennoch wird das Buch dadurch einseitig und geht an seinem Zweck vorbei.
Entsprechend ist auch der letzte Teil, der Anhang. So schreibt Fellmannn, er würde nur Lexika nennen, die sich durch "Verläßlichkeit und Aktualität" auszeichnen würden, nennt dann aber etwa das völlig überholte, der katholischen Tradition verpflichtete "Philosophische Wörterbuch" von Halder/Müller, bei den Zeitschriften nennt er etwa Ethik und Unterricht, eine Zeitschrift, die sich aber nicht an Studierende, sondern an Ethiklehrer richtet. Und die ebenfalls genannten Neuen Hefte für Philosophie haben ihr Erscheinen eingestellt. Bei den Arbeiten zur Philosophiegeschichte fehlen etwa die Bücher von Röd und Wuchterl, dabei gehören diese auch in didaktischer Hinsicht zum besten, was es gegenwärtig auf dem Markt gibt.
Um sich einen Überblick über das Philosophiestudium zu schaffen, ist der Band Einblick in das Studium der Philosophie. Studenten vermitteln Inhalte ihres Faches zu empfehlen, verfasst von Reinhard Feneberg. Dieses Buch hat in etwa denselben Umfang und liest sich ebenfalls sehr leicht (141 S., 1996, OPS Verlag). Älter, umfangreicher (und auch trockener) ist der Band Einführung in das Studium der Philosophie von Wulff D. Rehfus (306 S., kt., 2. überarbeitete Auflage 1992, Quelle & Meyer, Heidelberg).
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