| Hochschulpolitik |
Passau:
Widerstand gegen StreichungAn der Universität Passau haben Dozenten und Studierende die "Liste Widerstand" gegründet: Sie wollen gegen die geplante, schrittweise Abschaffung des Fachs Philosophie und aller anderen Geisteswissenschaften in Passau vorgehen. Nach den Sparplänen der Universitätsleitung soll zunächst der Lehrstuhl von Wilhelm Lütterfelds nach dessen Emeritierung nicht wieder besetzt werden. Statt dessen will die Universitätsleitung ihn als "Stelleneinzugsreserve" abschaffen. Zunächst soll der Fortfall kompensiert werden, indem der Lehrstuhl für Philosophie der Katholisch-Theologischen Fakultät (derzeit: Prof. Dr. Michael Thomas Liske) in die Philosophische Fakultät "umgesetzt" wird. Aber: Sobald Liske geht (in den Ruhestand oder an eine andere Universität) soll auch dieser Lehrstuhl gestrichen werden. Anschließend will Rektor Prof. Dr. Walter Schweitzer eine W2-Pphilosophie-Professur einrichten. Nach den Befürchtungen der Kritiker wird diese W2-Professur aber ausschließlich für die Lehrerausbildung und die Bachelorstudiengänge zuständig sein.
Philosophie als Fachstudium werde es nach diesen Plänen in Passau nicht mehr geben, ebensowenig wie das Fachstudium irgendeiner anderen "klassischen" geisteswissenschaftlichen Fachdisziplin. Auch befürchtet man, dass die Deutsche Ludwig Wittgenstein Gesellschaft (DLWG), die derzeit ihren Sitz in Passau am Lütterfelds-Lehrstuhl hat, Passau bei einer solchen Entwicklung verlassen werde. Die DLWG veranstaltet regelmäßig internationale Symposien. Bereits im März 2005 haben die beiden betroffenen Ordinarien Prof. Dr. Wilhelm Lütterfelds und Prof. Dr. Michael Thomas Liske ein Memorandum verfasst, in dem sie der Universitätsleitung ihre Bedenken darlegen. Eine Antwort sei bis heute nicht gekommen.
Die von Lütterfelds und Liske unterstützte "Liste Widerstand" will einen vollwertigen Philosophie-Lehrstuhl an der Philosophischen Fakultät der Universität Passau erhalten. Die ebenfalls geplante vollständige Abschaffung aller anderen geisteswissenschaftlichen Fachstudiengänge in Passau soll ebenfalls korrigiert werden.
Die Kritiker verweisen darauf, dass philosophisch gebildete Menschen besser auf eine globalisierte Lebens- und Arbeitswelt im stetigen Wandel vorbereitet seien, weil im Studium folgende Eigenschaften eingeübt werden:
Die Sparpläne in Passau sind für Bayern nicht ungewöhnlich: Im ganzen Land ist die akdemische Philosophie bedroht. An der Universität Regensburg hat der Senat eine kritische Stellungnahme zum Entwurf des Bayerischen Hochschulgesetzes abgegeben [Mehr über den Protest in Regensburg]
[online: 30/01/2006]
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